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Wir das Team von "The Hidden Secret Of New Orleans" steht euch für Rat und Tat zur Seite. !

Eine Stadt wie jede andere. Sie hat 389.617 Einwohnern. Die Stadt befindet sich in Louisiana am Mississippi und ist bekannt für ihr pulsierendes Nachtleben, die dynamische Musikszene und die einzigartige pikante Küche, in der sich kulinarische Einflüsse aus der französischen, afrikanischen und amerikanischen Kultur verbinden. Darüber hinaus befinden sich dort Sehenswürdigkeiten, die ebenso eine Reiße wert sind. So weit so gut. Dass ist was über die Stadt in den Reiseführern steht . Was es für Touristen sicher auch interessant macht sind die Mythen, die sich um New Orleans ranken und die so alt sind, wie die Stadt selber. Männer, die sich in Wölfe verwandeln. Frauen, die Magie praktizieren. Feenwesen, die im Mondschein im Bayou übers Wasser tanzen. Wesen mit einem Fischschwanz im Mississippi. Monster, die sich bei Nacht von Blut ernähren. Doch sind das wirklich nur Mythen , die erzählt werden um den Tourismus anzulocken? Wenn es nach den übernatürlichen Rassen ginge, würden das die Menschen für immer glauben. Denn Tatsache ist, dass 99% der Mythen war sind. Natürlich ist New Orleans nicht die einzige Stadt in der Hexen, Nymphen, Werwölfe, Vampire, Drachen und Engel leben. Aber da sich vor sehr langer hier die United Breeds Organization (die übernatürliche Variante der UNO) hier niedergelassen hat, ist New Orleans die einzige Stadt in der sämtliche übernatürlichen Rassen vertreten sind. Ihr haltet New Orleans dür eine friedfertige Stadt? Ihr habt ja keine Ahnung. Diese Stadt ist ein Pulverfass. Denn manche wollen den Frieden unter den Rassen. Andere wollen aufgrund von Jahrtausende altem Hass die Welt einfach nur brennen sehen. wir euer Interesse geweckt? Dann tretet in unsere Mystische Welt ein, wir freuen uns auf euch!! FSK 18; Fantasy Freeplay-Forum Handlungsjahr 2027 Bitte beachtet, dass Anmeldungen ohne vorherige Bewerbung von uns kommentarlos gelöscht werden! WIR BAUEN UM!

Story

Unsere Wesen

Unsere Bewohner von New Orleans sind nicht alle allein. Sie suchen ihre Liebsten, Familie, Freunde und sogar auch Feinde. Seht euch die verschiedenen Gesuche an und wer weiß, vielleicht springt euch ja eines davon an und wollt es umsetzen. Wir sind sicher, dass ihr ihnen damit eine große oder eine böse Überraschung bereiten könnt. Vermisste Personen


#1

Wohnzimmer im Erdgeschoss

in Refugium der Schatten 20.03.2018 13:34
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#2

RE: Wohnzimmer im Erdgeschoss

in Refugium der Schatten 24.03.2018 19:10
von Elena Gilbert | 822 Beiträge | 8 Punkte
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Durch sekündig aufgewecktere, wie auch rätselndere Augen nahm ich Venzislavs vage Erklärung für meinen drastisch angeschlagenen Zustand in mich auf, Worte, welche mir ein in Prüfung stehendes Bild des selbstlosen Retters zum Vorschlag gaben. Was immer er sein mochte, schien mir den ersten, groben Umrissen seines Portraits mir gegenüber ein mächtiges, resolutes, wie auch, durch die meine Feinfühligkeit gezeichnet, womöglich rücksichtsloses Geschöpf zu sein. Der ominöse Angreifer, dessen Erinnerung mir verwehrt blieb, konnte wohl kaum mehr als ein Fremder gewesen sein, während ich zur falschen Zeit am falschen Ort - denn Fuß gefasst, das hatte ich seitens meiner aus Mystic Falls entsprungenen Bande in jener beeindruckenden, wie unheilvollen Stadt bislang nicht. Zumindest wäre es mir denkbar neu gewesen, in der schillernden Großstadt noch fremdartigen, schwer überschaulichen Charakters Feinde unter den Wölfen gemacht zu haben - so fürchtete ich, trotz des kaum tragbaren Schmerzes in meinem Kopf, war ich womöglich schlicht dem naturellen, wölfischen Temperament zum Opfer gefallen. Obgleich ich dem Mann bloß danken konnte, dass es bei kurzfristig leidvoll nachwirkender Tortur geblieben war, stieß es mir unwohl auf, erstmals seit langer Zeit in den Tod eines anderen, eines Fremden, verwickelt gewesen zu sein. Doch Zeit für Reue angesichts eines jemanden, der offenbar schicksalsbestimmt in sein Unheil gewandert war, mochte mir mein zerflossener Verstand kaum genehmigen - jener nämlich verlangte auf tiefseelische Form nach Ruhe, wärmender, kräftender, konfliktfreier, entschleunigter Ruhe. Ruhe, welche jener, dessen Name mir unbekannt blieb, mir laut frischestem Wortlaut offenbar gewähren wollte - doch ob ich sie an ihm finden konnte? Ich wagte, es zu hoffen. Nichts ersehnte ich hinter dröhnenden Schläfen mehr, als mich im Abstreifen sämtlicher psychischer wie physischer Lasten fallen lassen zu können; und wenn mein zierlicher Körper mir die Wahl nehmen mochte, ob ich bereit war, im Haus eines unbekannten Übernatürlichen die Augen zu schließen und zu ruhen. "Dann schätze ich mal, ich danke dir ...", entwich mir kleinlaut, ehe er mitsamt mir die Schwelle des Hauses durchschritt und mich mit einem Schlag eine wohlig willkommenheißende Wärme umfing. Baldig darauf also legte er das verwirrte Häufchen Elend, mich, auf einem Sessel nieder, hüllte mich in eine Decke, die ich, mit Ergänzung unenergetischer Handgriffe, enger um mich schlang, als habe ich auf nichts inständiger gehofft, ohne mir dessen bewusst gewesen zu sein ... vielleicht ja auch ein kleines bisschen die leiseste Illusion von Abschirmung begrüßend; so hatte es mir meine ominöse Bekanntschaft im Willen jedes Winkels meines ausgelaugten Körpers möglich gemacht, mich an etwas so Banalem und doch Wirkungsvollem wie einer Stoffdecke festzuhalten, welche die Ruhe nach dem Sturm bedeutete, eine kleine, harmlose Sicherheitsbarriere innerhalb eines häuslichen Innenlebens, das in allem Stilgefühl und sämtlicher Fremdartigkeit reizüberflutend auf meinen sich bloß ganz allmählich entwirrenden Geist auswirkte. "Meine Freunde, sagst du?", kam ich zeitverzögert auf seine knappe Erklärung zurück, ließ den Gedanken wandern, fing tatsächlich einen Funken der Klarheit, "du meinst ... Caroline? Ich hatte sie unerwartet wieder getroffen, in dieser Bar, ich erinnere mich. Geht es ihr gut?" Aufrichtige Besorgnis schwang in meiner Stimme mit, augenscheinlich um meine beste Freundin, doch unterschwellig, da fragte ich mich auch, weshalb unsere Wege sich trennen mussten. Und mit einem Satz schlugen meine Gedanken auf Damon um - Damon, der mich vermutlich bereits seit Ewigkeiten an seiner Seite im gemeinsamen Liebesnest erwartete. Mein Gastgeber, sofern er noch hinsah oder sich bereits abgewunden hatte, ließe sich das heranwachsende Glühen in meinem aufgewühlten Augenpaar verfolgen wie im Zeitraffer wachsende Gräser, alsbald ich meine Kleidung hektisch nach einem Handy abzutasten begann, das unauffindbar schien. Im Gefecht musste es mir abhanden gekommen sein. Sicher machte er sich unfassbare Sorgen - zwiespältig tat ich das auch ... durcheinander, wie mich der Gedanke an Damon brachte, war mir zunächst nahezu entgangen, wie mein Gastgeber sich in den nächsten Raum verabschiedete. Ich nutzte die Gelegenheit, dem tonnenschweren Gewicht auf meinen Lidern nachzugeben, die unscharfen Augen zu schließen, tief durchzuatmen, den Kopf in den Nacken zur Randstütze des Sessels hinab sinken zu lassen - bis die Schritte den Herrn des Hauses abermals ankündigten. Noch sah ich nicht hin, die Lider fester und schmerzbeeinflusster geschlossen, alsbald ich ein kleines, wenn auch schmerzlich bemühtes, Lächeln für ihn aufbrachte - ihn, der doch ... eventuell ... tatsächlich ... zu den wenigen mit übernatürlicher Macht Gesegneten zählte, welcher diese mit Moral und Menschlichkeit gebrauchte. "Ich bin übrigens Elena ... dürfte ich denn den Namen meines Gastgebers erfahren? Oh, und lass mich dir sagen ... wenn du vorhast, von meiner Menschlichkeit Gebrauch zu machen ... was immer du bist ... spar dir bitte deinen Charme von nun an und jage mich gleich aus dem Leben, ja?", so mein Empfang an ihn, trotz innerer Kämpfe gegen den Schmerz mehr amüsiert und spielerisch zum Vorschein gekommen; so galt mein Satzkonstrukt vielmehr dem Erörtern seiner Person, ohne löchernd zu erscheinen.

@Venzislav




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#3

RE: Wohnzimmer im Erdgeschoss

in Refugium der Schatten 24.03.2018 23:17
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Sie hatte, wenn man die Summe des Ereignisses besehen wolle, doch bisher alles ganz gut weg gesteckt. Natürlich, der Tod des Wolfes, in seiner ganzen, rotleuchtenden Schönheit war ihr entgangen, dafür hatte Selbiger mit seinem Angriff auf den offensichtlich vollkommen schutzlosen Menschen ja auch selbst gesorgt, und doch, in Angeltracht der Tatsache, das sie eben erfahren hatte, was genau passiert war, stellte sie sich doch wirklich gut ab, um nicht zu sagen brauchbar. Das Thema auf ihre Freunde zu lenken, schien ein denkbar logischer Schritt, bestätigt dadurch, wie schnell sie doch aus ihren Wirren heraus die Gelegenheit ergriff, sich offensichtlich nach dem Befinden der Blondine zu erkundigen. „Nun, ihr Kopf war noch auf ihren Schultern, als ich sie zum letzten Mal sah. Wenn der andere Wolf sie nicht angefallen oder sie ob des Blutes die Kontrolle im Rausch der Sinne verloren hat, nehme ich an, es geht ihr gut. Sie hat für einen kurzen Moment gewirkt, als wäre der Tod ihr neu, als würde sie sich selbst nicht verstehen, kann aber an den Litern Vitae liegen, welches sich an euch gehaftet hat.“ Warum genau ihre ach so gute Freundin nicht den Versuch unternommen hatte, ihn von seiner „Entführung“ oder eher Rettung abzuhalten, konnte er auch nicht sagen, schob es aber doch auf einen Urinstinkt, der auch in dem Vampirköpfchen vorhanden sein musste. Kaum wenige Augenblicke später schien die junge Frau vollkommen in Gedanken versunken, offensichtlich froh über die Tatsache, sich nun in die Decke hüllen zu können, auch wenn der Wärme des Raumes nach dieser zusätzliche Schutz nicht von Nöten gewesen wäre, aber Menschen taten so einige Dinge, die nicht logisch sein mochten, wenn sie sich an den Grenzen ihrer Psyche befanden und ihr Zusammenprall dürfte ein Trauma ausgelöst haben, selbst wenn es nur physischer Natur war, reichte es doch, um den Geist zu beirren. Der Herr selbst verschwand, war sich sicher, sie allein lassen zu können, wohin wollte sie in ihrem Zustand auch schon. Sobald das Tablett gedeckt war, eine Tasse mit dampfender heißer Schokolade, auf der kleine Marshmallows schwammen, ein Teller mit weich gebackenen Cookies, ein weiterer Teller mit kleinen Sandwiches und ein leeres Kristallglas, bewegte er sich zurück, auf ebenso gut hörbaren Sohlen, wie er sie zuvor gezeigt hatte. Die Schwerfälligkeit der Sterblichen zu kopieren war nicht angenehm, aber er wollte sie auch nicht erschrecken, wenn er lautlos aus dem zuckenden Dunkel, durch die Flammen des Kamins erschaffen, wie aus dem Nichts erschien. „Venzislav aber Ven sollte genügen. Hätte ich ein Interesse daran, dir ein Leid anzutun, hätte ich mir nicht die Mühe gemacht, dir einen Snack zu breiten und dich in mein Heim zu holen. Für all die Dinge, die du dir vorstellen kannst, wäre die offene Straße ausreichend gewesen, und wenn es mein Ziel wäre, den Leben zu beenden, hätte ich es auch den Wolf erledigen lassen können, nachdem du zugesehen hättest, wie er den Rotschopf zu Brei schlägt und deine Freundin mit einem Biss ins Jenseits schickt.“ Die Aussage kam nüchterner, als man bei ihrer Eröffnung hätte erwarten können, aber das sollte kein Wunder sein. Das Tablett nun auf dem Beistelltischchen abgestellt, sich endlich den Mantel ausgezogen und ihn auf einen freien Sessel geworfen, öffnete er sich die Manschetten am linken Hemdsärmel, rollte diesen ein Stück nach ober, fuhr sich mit dem Nagel über das Gelenk, bis ein dünner Rinnsal Blut sich zeigte, ließ den Strom in das kristallene Glas Tropfen und hielt es ihr nach Ende des Prozesses entgegen. Kaum das sie es genommen hatte, richtete er sich bereits das Hemd wieder. „Du solltest trinken und dir mehr Gedenken um meine nicht vorhandene Menschlichkeit machen. Der Schmerz wird nachlassen, aber du bist sicherlich mit der Wirkung von Blut vertraut, immerhin ist deine Freundin ein Blutsauger.“ Zumindest das letzte Wort beinhaltete etwas Verächtlichkeit, wenn auch sonst die Ruhe, die er zeigte undurchdringlich schien. „Mir ist nicht entgangen, das du etwas gesucht hast. Ich nehme an, das hier?“ Zum Mantel gegriffen, zog er ein Handy hervor, das Display leicht verkratzt aber noch voll intakt. Aus dem Handgelenk warf er es, das es auf dem Trapez aus Decke über ihren Beinen landete und dort federnd verblieb. „Ich war so frei, es aufzuheben, ihr jungen Leute könnt doch ohne nicht leben. Wenn du soweit bist, solltest du etwas von der Schokolade trinken und etwas essen. Du stehst unter leichtem Schock, auch wenn das Blut dich heilt, kann eine kleine Mahlzeit nicht schaden.“

@Elena Gilbert




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#4

RE: Wohnzimmer im Erdgeschoss

in Refugium der Schatten 25.03.2018 18:23
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Alsbald ich die schweren Lider erstmals wieder öffnete und somit seine charmanten Aufmerksamkeiten in Form von lieblichem Gebäck und verführerisch süßlich duftendem Schokoladengetränk in Augenschein nahm, schien ich doch positiv überrascht zu sein; ein mild dankendes Lächeln meine Lippen eingenommen, das schlicht einer natürlichen Regung Folge geleistet haben mochte, statt der freundlichen Geste etwa bloß erbarmenden Tribut zu zollen. Zwar gab an meinem ungesund verblassten Erscheinungsbild, inklusive der kraftlos zuckenden Wimpern, der wilden Haarmähne, die, so wirr, wie sie fiel, nahezu nach gewollt ungewollt anmutete, so ziemlich nichts, das Aufschluss darauf gab, dass ich die alleinige Kraft für solche groß gewordenen Kleinigkeiten wie das Verzehren von Snacks aufbringen konnte - doch vermutete ich, wäre es unhöflich, sein Wohlwollen zu beleidigen. So setzte ich mir bereits in Planung, den Raum mit ihm zu teilen, bis zuletzt mindestens die Tasse heiße Schokolade ihren Boden gefunden hatte - doch umso länger glaubte ich nicht, Damon guten Gewissens in seiner nackten Sorge verharren zu lassen. Nun also eröffnete er, mit dem niemals zuvor gehörten Namen Venzislav, meiner rationalen Logik ein Angebot des anfänglichen Vertrauens, wie ich doch in unterbewusst von einer höher gestellten Wesensnatur deutlich verunsicherten Haltung bloß darum verlangt hatte. So bekräftigte er also die innere Stimme in mir, die Mühe behalten hatte, sich gegen die Natur des Beutetieres, des schieren Rehs in Zierlichkeit, Zerbrechlichkeit wie Vulnerabilität, zu behaupten. Zwar sagte man gerade mir den Willen nach, unvoreingenommen an das Gute im Menschen ... oder jenen Wesen, welche ihm trotz aller radikalen Entfremdungen noch immer am Nächsten kamen ... zu glauben, doch zeichnete auch mich die Erfahrung. Selbstlosigkeit, weniger für mich, doch umso mehr für alle anderen, war mir als Wort widriger Bedeutung eingebrannt worden. "Es lag nicht in meiner Absicht, dich zu beleidigen. Ich schätze deine Courage und deine Höflichkeit sehr ... bedauernswert, wie sehr es offenbar vom gewohnten Bild abweicht und wie man gezwungen ist, nach einem Motiv für etwas Ausschau zu halten, für das man selbst vermutlich keines gebraucht hätte. Aber, ja ... das ist ein Argument, Venzislav. Oh, und ... sind das Marshmallows? Die lasse ich auch noch als eines gelten", wich mir schätzend von kraftlosen Lippen, die neugierigen Augen im Hinblick auf das schokoladige Angebot eine Regung kindlicher Freude zeigend, mehr gegenüber der Geste als solcher, weniger dem tatsächlichen Reiz, dem schlaffen Körper etwas zuzuführen; am Meisten jedoch der grundlegenden Tatsache geschuldet, dass ich mich mit mit heißer Schokolade, statt dem eigenen Ende zufolge eines willkürlichen Kampfes konfrontiert sehen durfte. Umso mehr erfunkelte mein Augenpaar im alleinigen Hinblick auf das Blut, das er in satten Tropfen in ein Glas befüllte, mir die Erlösung aus meinem Leid versprochen - ihm eine Charakterisierung zugezeichnet, die er bereits mit den nächsten Worten haltlos umzukrempeln vermochte ... konnte man seinen beiläufigen Kommentar hinsichtlich Caroline tatsächlich als vampirfeindliche Gesinnung deuten? Doch welchen Sinn konnte das schon ergeben? Die Irritation stand mir in die krause Stirn geschrieben, das zarte Gesicht fraglich gegenüber des Glases mit Blut stehend, von dem ich in zaghafter Annäherung zweifelte, ob es vampirisch war. "Sollte ich? Wenn du die Rolle des Geheimnisvollen genießt, lass mich dir sagen, du tust deine Sache gut ...", entgegnete ich nahezu ungläubigen Amusements, ehe ich mir einen Ruck gab und das Blut in einem, sehnlichen, noch währenddessen Erlösung wirkenden Zug exte. Gleich darauf war es, als atmete ich innerhalb eines erleichterten Atemzuges das Leben selbst in mich ein, bis an die Substanz durch gottesgleich gnädige Leichtigkeit balsamiert, die man doch zumeist viel zu selbstverständlich zu nehmen pflegte. "Woher der vampirische Groll? Schwierigkeiten, dich mit deiner Natur anzufreunden?", wagte ich frischer Stärkung, mich auf angrenzend persönliche Gewässer zu begeben; so ließ mich der unausgesprochene Gedanke an ein mir unerhörtes Wesen nicht los ... doch kaum, dass meine Frage in den Raum vorgedrungen war, fand ich mein Handy im eigenen Schoß wieder. Venzislav einen vielsagend entschuldigenden Blick gewidmet, der das Gespräch an jener Stelle einzufrieren versucht war, war ich drauf und dran, mich rascher Finger durch das Menü zu forsten, meinem Lebenspartner seelische Entlastung zu versprechen, die sehnliche Erwartung mitzuteilen, sich über das heutige Chaos mit ihm auszusprechen, nach einem langen Tag endlich wieder in Verbundenheit zu sein. Doch zunächst stieß ich auf all die entgangenen Anrufe, gefolgt von all den SMSen, die fragten, ob alles in Ordnung war, dass er sein ungutes Gefühl einfach nicht loswerde. Trotz seines Unwissens kaum zu verdenken; immerhin schätzte ich, dass schon bald die Morgendämmerung anzubrechen drohte ... während meine Finger sich tippend über das Display bewegten, sprach ich, in meiner Aufmerksamkeit hörbar abgelenkt, an Venzislav: "Allzu lange kann ich nicht bleiben. Man wartet Zuhause auf mich und kommt fast um vor Sorge."

@Venzislav




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#5

RE: Wohnzimmer im Erdgeschoss

in Refugium der Schatten 25.03.2018 21:14
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„Du hast mich gewiss nicht beleidigt. Es ist keine Ritterlichkeit, keine Courage oder etwas anderes, edel motiviertes gewesen, dass meine Hand geführt hat. Deine Freunde wollten einen Tod vermeiden und nahmen dafür deinen und ihren in Kauf. Das ist lediglich eine dumme Haltung.“ Ihn selber machte das nicht zu etwas Besserem und er hatte auch keine Lust, so etwas zu sein. Handeln, aus einer Notwendigkeit heraus, wollte nie gelobt werden, es ergab sich eben einfach und ihr hatte es den schlanken Hals gerettet. Einen Blick auf das Tablett geworfen, sich dann erneut dazu berufen gefühlt, sie zu mustern, lauschte er weiter. „Ich bin nicht daran interessiert, bemüht geheimnisvoll zu sein, nicht als Kunstform. Wenn ich sparsam mit dem Wissen um meine Person umgehe, dann viel eher aus rationalen Gründen.“ Wachsame Augen, die die Handlungen der jungen Brünetten verfolgten, Lippen, die die Worte zurück gaben, dabei aber nicht im Ansatz verstimmt wirkten, wieso sollte er schließlich auch? Im Augenblick war es ein reiner Austausch von Dingen und in ihrem Zustand wollte der Herr ihr doch auch nicht zu viel zumuten müssen. Immerhin nahm sie das Geschenk des Blutes an, etwas, dass unter anderen Umständen schier undenkbar gewesen wäre, stellte sie sich dich doch nur als Mensch dar, und deren Wert ging nicht wirklich über den des Vampirs hinaus. Zumindest gab sie ihm so die Gelegenheit, das Gespräch auf eine vernünftigere Ebene zu stellen, musste man doch keine weitere Rücksicht auf ihren angeschlagenen Zustand nehmen. „Mit meiner Natur bin ich viel mehr im Reinen, als es Sterbliche sein könnten, aber wenn du den Fehler begehen solltest, mich als Vampir sehen zu wollen, nun, dann würdest du mich damit beleidigen. Ich habe mit diesen einfachen Blutsaugern so wenig gemein, wie der Vampir mit einer Zecke oder einem Floh.“ Recht deutlich, wie er darüber dachte, wie groß die Spanne sein musste, zwischen dem, als was er sich sah, und wie er die Untoten betrachtete. Allgemeingültig war es schon, selbst wenn es ein paar Ausnahmen gab, aber Verwechslungen schlugen ihm noch immer aus Gemüt und wenn er es konnte, suchte er sie zu vermeiden. Nach dieser Antwort von seiner Seite, sollte erst einmal eine Weile Ruhe vorherrschen, in der sie sich mit ihrem Handy befasste, die Finger darüber fliegen ließ, und er sich, die Augen halb geschlossen, zurück lehnte. Neuerlich Leben schien in ihn zu geraten, als sich ihre Lippen teilten. Seine Hand streckte sich wieder dem Mantel entgegen, zog das Etui heraus, um sich eine Zigarette anzuzünden. Den ersten Zug nahm er, dann reagierte er auf ihre Mitteilung. „Nun, wie ich sehe hast du genau zwei Optionen. Option Eins: Du gehst duschen, bekommst den Wolfsgestank von deinem Körper und gehst. Keine Garantie, das so etwas nicht noch einmal passiert. Vor allem, da die Leiche sicher Bald gefunden wird und dann werden die Wölfe jeden suchen, der daran beteiligt war. Option Zwei: Du lässt dich von der ach so sorgenden Person hier abholen. Natürlich bist du Gast und keine Gefangene, aber wenn wir bedenken, dass dein Leben heute schon einmal gerettet werden musste, würde ich es vorziehen, bei diesem einen Mal zu belassen.“ Die Augen nun wieder zur Gänze geöffnet, sie forschend aber ohne wirklichen Hintergedanken gemustert, verzog er die Lippen und zeigte dabei Zähne.

@Elena Gilbert




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#6

RE: Wohnzimmer im Erdgeschoss

in Refugium der Schatten 26.03.2018 17:25
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Immerhin schien meine Rechnung wohl aufzugehen und trotz indirekter Fragen, die meine Neugierde im eigentlichen Sinn ein wenig verschleierte, genehmigten mir die Worte Venzislav's, das vage Bild, das ich von ihm hatte, erstmals seit Anbeginn unserer Unterhaltung dementsprechend stark zu verfeinern. Ob sich das wachsame Aufgewecktsein verbergen ließ, mit welchem ich sein Selbstportrait in mich aufnahm, ob ihm so deutlich wurde wie mir, dass ich soeben im Begriff war, mir eine allernächste Haltung zu ihm zu bilden? Ich war nicht die Sorte von Mensch, die geduckt und mit Scheuklappen durch die Welt spazierte; ich wollte, was ich sah, bestenfalls tatsächlich sehen, wissen, mit wem ich es zu tun hatte und wenn, wie ich annahm, es über weite Strecken mein Leben vermutlich nicht maßgeblich beeinflusste, zu wissen, wer Venzislav war. Doch interessant, das war er allemal für einen jemanden, der sich soeben in der Naivität gezüchtigt sah, anzunehmen, aufgrund vielfältiger Erfahrungen, wie sie vermutlich kein Mensch jenseits ihr selbst machen musste, bereits alles gesehen zu haben. Hochmut - dies vermutlich die ersten Striche des bislang bloß spärlich gefüllten Bildes um meinen Gastgeber. Ein offenbar hoch mächtiges Wesen, das sich seines Ranges in der Nahrungskette bis an die Substanz bewusst war, in seiner, wenn man es so auffassen mochte, Arroganz, vermutlich eher ein Alleingänger, ein jemand mit hohem Polarisierungspotential. Sprich, ein jemand, wie man ihn doch selten auf eine Plauderei wie diese traf. Immerhin schien ich den groben Umriss dessen, was er in und zwischen den Zeilen von sich preisgab, höheres Vertrauen beizumessen als der voran gegangenen Ahnungslosigkeit; er wirkte in den wenigen Bruchstücken, die er mir vor die Füße warf, authentisch. Die Haltung meines Körpers hatte kaum mehr etwas mit der verkrampften Anspannung von zuvor gemein, wenn auch es noch immer ein fremder Mann innerhalb eines fremden Hauses war. "Ich habe schon vieles gesehen, obgleich der Tatsache, dass ich ein einfacher Mensch, aus einer einfacheren Welt stammend, scheine. Die Übernatürlichkeit folgt mir seither auf Schritt und Fuß, zeichnet mein Leben noch im Nachhinein, so menschlich ich es mir auch zu gestalten versuche. Ich sollte es aufgeben, dich mit Gekanntem gleichzusetzen", machte ich meiner unvermeidlichen Rätselei bloß oberflächlich Luft, mir die heiße Schokolade zu eigen gemacht und vorsichtig daran genippt; derweilen einen fragenden, sich selbst nicht zu ernst nehmenden Blick an Venzislav durch dezent gehobene Brauen. Die Tasse folgend gesenkter Blicke auf fester Tischoberfläche abgestellt, ließ ich seine Worte bezüglich meines ungewissen Abgangs auf mich wirken. Ja, leider schien er Recht zu behalten, bloß umso mehr bekräftigend, was zuvor meine Gedankenwelt striff. Doch das durfte ja kein Hindernis sein, nicht? "Ich werde ihn darum bitten", stimmte ich nachdenklich aufgewühlt ein, das Bedürfnis, der dritten Person nach einer aufreibenden Nacht näher zu sein, mich deutlichst umgebend - welche, nachdem ich den Kontakt auswählte, mir den Hörer hinter das Ohr legte, mich mit einem langen Piepton enttäuschte. Wie auch beim zweiten, dritten Mal. Letztlich schüttelte ich im Hinblick auf das Display missverständlich und ja, auch ein klein wenig verloren, den Kopf, murmelnd: "Womöglich hat er auf gut Glück nach mir gesucht. So ist er. Taten vor Worten, zumal auch vor Gedanken ..." Doch das Problem bestand. Und kaum, dass ich noch länger missmutig auf den Namen Damon's unter den Kontakten hätte starren wollen, sprang mir ein anderer in's Auge: Marcel. Der sogenannte König der Stadt, wie ich mich erinnerte - Marcel, ohne dessen Prinzipien ich vermutlich auch nicht länger sein würde. Ich glaubte, wir hatten uns gut verstanden, doch ob er inmitten seiner vampirischen Politik die Gelegenheit fand, sich einer flüchtigen Bekanntschaft außerhalb seines Kreises zu widmen? Ich ließe es darauf ankommen, denn bei ihm verhieß mir meine Menschenkenntnis ein Gefühl, das mit Frieden gekennzeichnet war. So lautete meine folgend entstehende Nachricht an ihn: "Hast du Zeit für ein unverhofftes Wiedersehen? Sprich, kannst du mich abholen? Ruf mich an für Genaueres... Elena" Unsicher, ob das nicht bedeutete, die Nacht doch in jenen fremden Wänden verbringen zu müssen, glitt mir die Hand durch das voluminöse Haar - und ein melancholisches Seufzen über die Lippen. Damon geschuldet. "Ich habe einem anderen, einem Bekannten, geschrieben. Ich hoffe, er ist nicht beschäftigt oder schlicht abwesend aufgrund der Uhrzeit ... nicht, dass ich dir noch Unannehmlichkeiten bereite", informierte ich Venzislav im Hinblick auf den knisternden Kamin, welcher seine tanzenden Schatten an meine Wangen warf, "schön hast du es hier im Übrigen ..."

@Venzislav
( Info/Erwähnung @Marcel Gerard )




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#7

RE: Wohnzimmer im Erdgeschoss

in Refugium der Schatten 27.03.2018 13:01
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Schwarze Iriden folgten aufmerksam jeder Regung, die die junge Frau von sich zu geben schien, erfassten die feinen Züge, prüften die Eindrücke, die sie zu geben schien, während sie sich ein Bild von ihm zu machen schien. Mit keiner Faser glaubte er daran, wirklich erkannt und passend bewertet zu werden, wie genau sollte sie es auch schaffen? Der Uralte war wohl mit nichts zu vergleichen, dem sie bereits in ihrem Leben begegnet war, und offenkundig schien sie die Ansicht, nach einer ganzen Weile der Überlegung, auch zu teilen. „Du würdest in jedem Falle gut daran tun, mich nicht mit dem was dir schon unter gekommen ist, in eine Schublade zu stecken, in der Tat. Allein davon ausgehend, wie es dich zu überraschen schien, das ein Fremder dir den Hals gerettet hat, nehme ich doch an, dein Umfeld, alle, die dir bisher über den Weg gelaufen sind, waren doch eher von recht niederen Motiven gezeichnet. Versteh mich nicht falsch, du schienst in der ganzen Bar noch den höchsten Anlass zu bieten, sich mit dir zu befassen und allein für eine angeregte Unterhaltung war es notwendig, dich nicht sterben zu lassen, aber davon abgesehen war dieser Wolf doch sehr unmanierlich, und wie soll die Welt nicht im Chaos versinken, wenn niemand sich an Manieren halten mag?“ Einer der Punkte, den er nach wie vor recht deutlich vertrat, beinhaltete, einen gewissen Grundzug an Benehmen an den Tag zu legen. Wem es daran mangelte und wer gewisse Grenzen überschritt, der hatte schnell sein Leben verwirkt. „Dein wölfischer Freund hat es vorgezogen, mich ob meines Handelns als dumm und feige hinzustellen, ich persönlich bin ja der Überzeugung, dass man handeln sollte, wenn die Notwendigkeit besteht, und falsche Bescheidenheit einen nur selbst betrügt. Wenn ich jemanden vernichten kann, und ich einen Grund habe, wäre es beschämend, dies nicht zu tun, aus der Sorge heraus, wie andere über mich denken könnten, aber was will man von einem Jungen erwarten, der nur ein paar Lenze erlebt hat?“ Eigentlich wollte er nicht auf dieses Thema abschweifen, doch hatte es sich offenkundig angeboten. Einen neuerlichen Zug der Zigarette genommen, erhob er Herr sich nun von seinem Sessel, ging hinüber zum Bartischchen und goss sich einen fast schwarzen Whiskey ein, betrachtete dann einige Sekunden das Glas, während sie versuchte, jemanden anzurufen, nur um danach eine Nachricht zu tippen. „Dann hoffe ich doch sehr, das nicht mehr dieser wilden Wölfe in der Stadt unterwegs sind. Das Blut war recht aufschlussreich, schien etwas zu enthalten, dass den Zustand des Wolfes ausgelöst hat, etwas, den Verstand zu benebeln und die animalische Seite heraus zu locken. Aus der Stadt war er offensichtlich nicht, keinem Rudel zugehörig, wild, verloren und umso anfälliger.“ Woher er sein Wissen hatte, würde er nicht offenbaren, aber es war ein Hinweis, und sicher auch ein Geschenk an sie. Sollte man sie in dieser Sache befragen, wusste sie nun eine Antwort und konnte auf ihn als die Quelle der Aussage verweisen. Das Glas an die Lippen gehoben, einen Schluck getrunken, lehnte er sich gegen die Bar und sah zu ihr herüber. „Erst also dein Freund, nun schon ein Bekannter. Man möchte glauben, du suchst die Ferne, willst alles tun, um hier weg zu kommen. Du bist Gast, keine Gefangene, wenn du also gehen willst, steht es dir frei. In Angebracht deiner offensichtlichen Abneigung, schlage ich vor, du nimmst die Stärkung zu dir, sparst dir die süß klingenden Worte und hoffst weiter, hier bald weg zu sein.“ Sein Tonfall hatte sich nicht geändert, auch die Art und Weise wie er die Worte formte, war gleich geblieben, aber der Uralte machte deutlich, dass sie sich Nettigkeiten sparen konnte, wenn doch so offensichtlich war, wie gern sie anderen Orts gewesen wäre. „Unannehmlichkeiten könntest du mir keine bereiten, ich bin in der Verfassung, abzuschätzen, wie sich die Dinge gestalten, wenn ich jemanden mit zu mir verschleppe.“ Mit diesen Worte leerte er das Glas, schenkte sich nach, ging zurück zu seinem Sessel, nahm die Zigarette wieder auf und ließ den Blick im Feuer verweilen. „Du bist also Mediziner? Mir ist euer Gespräch nicht gänzlich entgangen. Es muss angenehm sein, dieser Tage, wo es doch so viele Möglichkeiten gibt, das Leben der Menschen künstlich zu strecken.“

@Elena Gilbert




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#8

RE: Wohnzimmer im Erdgeschoss

in Refugium der Schatten 27.03.2018 20:38
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Nun, da Venzislav auf Luke zurück ruderte, wurde mir bei Erwähnung bewusst, dass ich mich, vermutlich des Blutes geschuldet, wieder konkreter erinnerte, an ihn, unsere kurze Begegnung, wie auch die ersten Augenblicke, ehe der tatsächliche Kampf begann. "Womöglich sah sich Luke selbst in dem Wolf. Es wäre naheliegend, dass er sich eigens mit der Kontrolllosigkeit des wölfischen Temperaments vertraut machen konnte. Vermutlich also hat er in ihm das gesehen, zu dem auch ich umdenken könnte, wäre ich bloß nicht so heillos froh, mit meinem Leben davon gekommen zu sein ... einen jemanden fern seiner Sinne, vielleicht nicht einmal anwesend in sich selbst. Einen jemanden, der gezwungen ist, sich selbst zu zusehen, ehe er sich, wenn auch durch fremde Hand, in den Suizid treibt ...", mutmaßte ich in Falten gelegter Stirn, wie missmutig nachdenklichen Klanges; offensichtlich gebend, dass auch mich es nicht vollkommen kalt ließ, mich in den Tod eines anderen verwickelt zu sehen, gerade ich, welche daran glaubte, dass unter der Oberfläche meist weitaus mehr lauerte, als augenscheinlich zu erkennen war. Doch in Bezug auf die vermeintliche Dummheit und Feigheit weigerte ich mich, einzustimmen - meine Summe an Erfahrungen in doch so wenigen Lebensjahren ließ mich glauben, dass jeder mir ungewisse Schritt im Leben des Fremden auf eben jenen Punkt hinaus geführt haben musste; jede Entscheidung, die er für sich oder andere für ihn getroffen hatten, trieb ihn letztlich in meine Arme, folgend in jene Venzislav's, worin er sein ihm vorbestimmtes Ende fand. Wie es auch das meine Schicksal zu sein schien, als Lebende aus jener Geschichte hervor zu gehen. Dank Venzislav. "Ich jedenfalls werde nicht um einen Fremden trauern. Das sind Kompromisse, die ich recht früh gelernt habe, zu schließen. Womöglich hat mich meine immerwährende Konfrontation mit dem Tod letztlich auch ein Stück weit abgestumpft - doch nicht so sehr, dass ich nicht fähig wäre, im Allgemeinen zu bedauern, was heute gewesen ist", gab ich aufrichtig von mir, gefasst, gefestigt, wie auch unterschwellig aus einem Hauch der Melancholie entsprungen. Jedoch, was mitunter interessant heraus zu hören war, mochte wohl die Tatsache sein, dass der Herr doch tatsächlich soeben etwas wie persönliches Interesse zu meiner Person geäußert hatte; fraglich, weshalb ich jenes nicht zuvor in Erwägung gezogen hatte, doch durfte es erklären, dass seine nun folgenden Worte mein Verhalten ihm gegenüber derartig missverstanden, uns einen Interessenkonflikt unterstellten. "Meine offensichtliche Abneigung", zitierte ich betont missverständlich, ein fragliches Schmunzeln aufgelegt, gar so scheinend, als stoße er ein Zahnrädchen in mir an, hinsichtlich der Frage, auf welchem Punkt des Spektrums zwischen Abneigung und Sympathie ich mich zum jetzigen Augenblick wohl befand - doch mit deutlicher, flüchtenswerter Abneigung konnte ich mich dann letzten Endes doch nicht anfreunden. Mir gefiel die unverblümte Mitteilung seiner Gedanken, welche weit über verfälschte Phrasen hinaus reichte; ebenso seiner höchstwahrscheinlich enorm exotischen Wesensnatur gelang es, in mir Interesse zu erwecken. Ob er denn - Gott bewahre, erlaubte ich mir an jenem Punkt zu ihm vergleichbare Offenheit - meine familiär anmutende Bindung zu meinem Lebenspartner, meinem Zuhause, gerade nach einem harten Tag wie jenem, nachvollziehen konnte, wenn er sich auch nur bemühte? Gab es da nicht einen Hauch von Identifikation, nicht einmal im Entferntesten? Auf mich schien es die einzig logische Antwort auf die kürzlich durchlebte Angst, den Schmerz und das Unwissen Damon's zu sein, all das an seiner Brust liegend innerhalb der wohltuendsten Atemzüge, die einem Menschen denkbar waren, heraus zu atmen. "Ich biete also den höchsten Anlass, sich mit mir zu befassen? Willst du dir das nicht doch noch einmal überlegen? Ich trage immerhin gerade keinen Fächer bei mir, hinter dem ich verzückt mit den Wimpern klimpern kann", schwang ich humoristischer Manier auf das zurück, das mich doch am Ehesten stutzig machte. Dass der Fremde unserem Gespräch Gehör geschenkt hatte, war mir spätestens durch seine beißende Bemerkung angesichts der perfekten Katherine Perlman bewusst geworden, doch was daran gab schon Rückschluss auf mich - war es das geteilte Leiden, den Worten der quirligen Blondine lauschen zu müssen? Das Interesse an etwas, das er bereits im Folgenden hinterfragte: Meinem Beruf, spiegelnd einer der seinen so fern liegenden Welt ihm fremd gewordener Gesetze, Interesse an der Gegensätzlichkeit zur eigenen Person, wie ich glaubte, sie auch an ihm zu finden? Oder war es doch schlicht und ergreifend mein Äußeres? - Denn trotz aller Bescheidenheit war mir bewusst, dass wir, jene mit dem Gesicht Amaras, etwas an uns hatten, das sich nur schwerlich ignorieren ließ. Nun aber zurück zur Frage: "Ja, ganz recht. Es hat mich schon als kleines Mädchen fasziniert. Für mich, als meine Eltern mir zu Kindestagen von dem erzählten, was sie sich zur Berufung gemacht hatten, war es wie Magie, ehe ich von der tatsächlichen Existenz solcher wusste. Genauso, wie ich in erwachsenen Jahren lernte, die Verletzlichkeit und Endlichkeit des Menschseins zu schätzen - und der Kehrseite der Medaille so gebührend wie nur möglich begegnen zu wollen ..." Ein kaum merkliches Lächeln schlich sich mir auf die Lippen, ein Lächeln, das durchaus etwas Träumerisches an sich hatte im Hinblick auf das kaum definierbare Gefühl, seinen Platz in der Welt gefunden zu haben - ja, so glaubte ich, nicht bloß beruflich, sondern auch romantisch, familiär ... die kleinste Familie der Welt. Bislang. Doch aus irgendeinem Grund hatte sich Damon trotz weitreichender Versprechungen bislang davor verschlossen, das Heilmittel zu sich zu nehmen ... ein Gedankenaufschwung, den ich für gewöhnlich täglich tunlichst vermied, zu begrüßen, weswegen es nun an Venzislav lag, der Gegenfrage Antwort zu leisten. "Bist du je einer beruflichen Tätigkeit nachgegangen? Oder stand es schon immer derartig ... prunkvoll ... um dich?", sprach ich dezent verschmitzt, den Blick vielmehr zur Untermalung meiner Worte durch den Raum geglitten.

@Venzislav




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#9

RE: Wohnzimmer im Erdgeschoss

in Refugium der Schatten 27.03.2018 23:11
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„Wenn er sich selbst gesehen hat, sollte ihm bewusst sein, das seine amourösen Ausflüge in die Welt der Nicht-Wölfe kaum ein gutes Ende nehmen werden, zumal man durchaus den Vampir an dir wittern kann, und ich spreche dabei nicht von deiner blonden Freundin.“ Den Duft eines anderen Mannes, welcher Spezies auch immer er angehören mochte, zu wittern, war sicherlich kein Hexenwerk und wenn man bedachte, in fokussiert die Wölfe auf ihre Natur waren, sollte es ihnen doch noch weitaus leichter fallen, mochte man meinen. „Moral ist in solchen Momenten noch scheinheiliger, als es sonst der Fall ist. Wäre man ein Freund oder Bekannte des Wolfes, würde man auf Rache sinnen, deine Freunde wiederum wollten dich beschützen. Die neutrale Lösung in dem Falle war mein Eingreifen. Ich hege keinen Groll gegen den Toten und keine sonderlichen Sympathien für dich, aber er war ausser Kontrolle und hätte sich nicht beruhigt, auch wenn der Rotschopf ihn sanft in den Arm genommen und liebevoll gestreichelt hätte. Der Blutrausch der Wölfe, der Vampire und selbst der Menschen finde erst ein Ende, wenn sie an die Grenzen ihrer Kräfte stoßen.“ Auch er selbst war nicht frei davon, die Kontrolle zu verlieren, auch wenn es dabei mehr bedurfte, als nur Nahrung und Wut, einen Anlass, der es rechtfertigte, die Tödlichkeit auf die Umgebung loszulassen. „Du tust gut daran, keine Gedanken an ihn zu verschwenden. Es war ein Zufall, dass er deinen Lebensweg gekreuzt hat. Der Einzige, der sich Sorgen könnte, wäre wohl ich, aber auch mir wird es nicht den Schlaf rauben. Sein Ende zu bringen hat anderen einen grausamen und sinnlosen Tod erspart, wenn man wirklich so erbärmlich sein will, es aufzuwiegen.“ Den Weg schließlich zurück zu seinem Sessel gefunden, sich weiter rauchend eine Sitzposition verschafft, von der aus er sich angenehm unterhalten konnte, selbst wenn seine Laune vorgeblich nicht die beste war, schien er noch immer lauernd abzuwarten, welche Dinge sie ihm bewusst und unterbewusst zu verraten gedachte. „Wir schnell wir doch von Abneigung auf diesen blonden Blutbeutel gekommen sind. Ich bin mir sicher, sie wird der Menschheit mit ihren Weisheiten und ihrem Charisma einen großen Dienst erweisen, aber ich für meinen Teil bin zu alt und zu reich um mich mit so etwas zu befassen.. Mögen sich die Götter dem armen Wesen erbarmen, das sie irgendwann als Anwältin-Schauspielerin-Musikerin-Alles-Perfekt-Person vor sich hat.“ Wie sein Denken aussah, hatte er gegenüber der Blondine nicht verschleiert und sah dazu nun auch keinen Anlass. Alles, was die Menschheit ausmachte, die negativen Dinge, die man sammeln konnte, ohne sie selbst zu sehen, schienen vereint. Der absolute Kontrast, zu der Brünetten, die sich eher zurückhaltend gab, auch wenn sie mehr Gründe hätte, aufzutrumpfen. Letztlich war die Arbeit eines Arztes, so unbedeutend und unwichtig er sich selbst auch sehen mochte, doch weit mehr Wert, als jeder Rechtsstreit, den ein Advokat jemals würde führen können. Gerichte und Urteile befassten sich mit Theorien, die Medizin aber mit dem Leben und dem Tod, also den Dingen, die wichtig waren, wenn man all die Augenwischerei einer ach so hoch gepriesenen Kultur entfernte und es nur den nackten, rohen, empfindlichen Kern gab. Als sie die Frage nicht nur beantwortet hatte, sondern auch direkt mit einer Gegenfrage reagierte, nippte der Uralte an seinem Glas, trank einen Schluck, schien dann kurz in seinen Gedanken verstrickt, ehe er bemüht zurückhaltend die Lippen teilte. „Nun, ich habe im Laufe meines Lebens die Entwicklung der Medizin im Auge behalten, stellenweise mit den Größen ihrer jeweiligen Zeit sogar Kontakt gepflegt. Es war nicht wirklich angenehm zu sehen, wie der Fall der Römer und die Verbreitung der Wilden so viel Wissen gekostet hat, wie es nur mit dem Untergang des einstigen osmanischen Reiches und der Forscher des Morgenlandes ein Zweites Mal einher ging. Der größte Verdienst, wenn auch deutlich passiv, war wohl meine Spende, Vitae oder Blut, wie du es nennen würdest, aus dem jenes Heilmittel erzeugt wurde, dass in der Lage sein soll, den Zustand des unendlichen Lebens zu beenden. Ironischerweise hat s für mich keinen Wert.. Aber andere Tätigkeiten?“ Die Eröffnung seiner Teilhabe an dieser Sache, dieser Unterfangen, durfte eventuell etwas zu viel des Guten gewesen sein, auf der anderen Seite, was schadete es, wenn sie es wusste? Wieder dachte er nach, bis er die Schultern zuckte und die Zigarette in den steinernen Aschenbecher drückte. „Ich bin in Adel und Wohlstand geboren, auch wenn das zu einer Zeit und in Verhältnissen war, die heute vergessen und ohne Bedeutung scheinen. Getan habe ich viel, Berufe hatte ich keine, nicht im herkömmlichen Sinne. Ich war kein Bäcker oder Landwirt.. Krieger.. Das vielleicht schon eher.“

@Elena Gilbert




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#10

RE: Wohnzimmer im Erdgeschoss

in Refugium der Schatten 04.04.2018 19:46
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Aufmerksam schenkte ich der groben Preisgebung hinsichtlich der Vergangenheit Venzislav's Gehör und so ließen mir seine Worte nun doch das Seelenheil, das sich angesichts einer dazu gegensätzlichen Realität womöglich bedroht gesehen hätte - nein, ohne Spaß, es hätte mich andernfalls vermutlich so einige Mühe gekostet, mir den eleganten Herrn in einer schweißtreibenden Routine auszumalen, welche ihm das nackte Überleben sicherte. Um jenes Bild selbst innerhalb einer alternativen Fantasie zu schaffen, hatte er sich in seiner blanken Aura des Hochmuts, in welchen er sich hüllte wie in königlichstes Gewand, bereits viel zu sehr von dem entfremdet, bis auf die letzte Schale im Verbleib von dem entledigt, was das menschliche Leben bestimmte: In Gewissheit des eigenen Lebens am seidenen Faden ohne eisernes Zutun innerhalb eines doch seit jeher recht simplen Netzes des Handels einer tagtäglichen Systematik unterworfen, welche keine Fragen stellte, da bloß eine einzige Antwort die Richtige war. Funktionieren. Erst zuletzt, wenn überhaupt, nach eigenen Gesetzen. Das von Minute zu Minute und doch bloß allmählich verfeinerte Bild, das ich um Venzislav gewann, ließ nicht zu, eine Kehrtwende zu erdenken, in welcher ihm nicht möglich gewesen war, mit Narzissmus auf das Treiben der, wie von ihm so charmant formulierten, Blutbeutel herab zu sehen. Zu alt, zu reich - falls man es nicht schon ahnte, besaß er eigens die Freundlichkeit, seinen Status innerhalb der Nahrungskette zu untermalen. Selbst für mich in jenem Ausmaß ein, nun ja, ungewohntes Unterfangen, das zwar höchstenfalls die meine Neugierde tiefer graben ließ, doch nicht die Möglichkeit besaß, mich zu provozieren, allerdings aber auch eine unserer sich anfänglich kennzeichnenden Gegensätze aufzeigte - nicht bloß in der Fraglichkeit, die seine narzisstischen Züge auf mich wirkten; sondern auch der inneren Gelassenheit, die meinen Mangel an Verständnis in Interesse, statt Ablehnung, wandelte. Unser Gegensatz, Misanthropie gegen Nächstenliebe. Ungern urteilte ich vorschnell, doch so schien er mir, mitunter in der lodernden Kraft, die in seiner Kritik, der offenbar empfundenen Distanz zwischen sich und allem anderen, die immerwährend unübersehbar hervor stach, beinhaltet war. Eine offenbar vermehrt anzutreffende Neigung der Mächtigsten unter den Mächtigsten, doch so gab es auch unter ihnen jene, welche unwertender auf den Kreislauf natürlicher und übernatürlicher Naturen blickten - Ersteres eine Neigung, die nicht doch dem unumgänglichen Schmerz zu verdanken war, den ein Dasein, Weit über den Willen und die Seelenkraft eines menschlich geborenen Verstandes heraus zu leben, mit sich brachte? Wurde denn nicht jeder einst als Mensch gedachter Verstand nach einer entsprechenden Summe an zehrendem Leid, doch auch ausgefühlter Liebe, eines Tages des Lebens müde, wie fallend nach einem auslaugenden Arbeitstag in ein einladend weichwarmes Bett? Ich für meinen Fall hatte es mir nie anders erdenken können; ich glaubte stets, dass ich meine wahre Natur in der Menschlichkeit fand. Und nun, da mein Gastgeber fortan sprach, sollte ich überrascht geweiteter Rehaugen erfahren, dass ich die Erfüllung meines Wunsches des wieder erlangten Menschseins keinem Geringeren als ihm zu verdanken hatte. Ein Umstand, den die Legenden offenbar ausgelassen hatten ... doch dafür waren sie Legenden, nicht wahr? "Wo wir es schon von Ironie haben ... es scheint, als habe deine Spende auf weitere Umwege zu dir zurück gefunden. Für mich, ganz im Gegensatz zu dir, hat es einen dir unwahrscheinlichen Wert. Ich habe nie der Vampir sein wollen, der ich einst war", berichtete ich von meinen Erfahrungen mit dem Heilmittel; die Worte, ebenso wie die dezent schmunzelnden Mundwinkel, belebt wie aufgeweckt durch den Umschwung auf eine Thematik, die mir offensichtlich tiefer griff. "Wie kam es dazu? Warst du in die Angelegenheit um Silas, Qetsiyah und Amara tiefergehend verwickelt? Kennst du mein Gesicht? Darf ich darin den Ursprung deines Interesses deuten?", ließen sich ihm meine Gedankenumschwünge zeitnah mitverfolgen, die Brauen rätselnd zusammen gezogen, die Augen bewusstseinsklar und wach, "für jemanden mit einem solchen Selbstbewusstsein vielleicht sogar ein wenig schwach, wenn dem so wäre. Immerhin ist es nur ein Gesicht und die Tatsache, dass man jenes heutzutage noch antrifft, ist für dich sicher nicht überraschend." Ob meine Worte stichelnd waren? Dafür mochte mein Ausdruck und meine Betonung sicher zu zahm wirken, wenn auch ich nicht gezielt die direkteste Form übergangen war.

@Venzislav




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#11

RE: Wohnzimmer im Erdgeschoss

in Refugium der Schatten 05.04.2018 23:46
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„Ein echtes Leben voller harter Arbeit, Schweiß, Tränen, Kindern und dem glücklichen Ziel eines sterblichen Todes hätte ich sicher zu so mancher Zeit den angeblichen Boni meiner Existenz vorgezogen, nur hat man seltenst die Möglichkeit, sich den Verlauf seines Schicksals auszusuchen.“Die Reaktion schien angemessen heftig zu sein, bedachte man, was sie ihm da gerade unterschwellig vorzuwerfen versuchte. Nur weil es die Notwendigkeit von ach so ehrlicher und harter Arbeit nicht gab, zumindest nicht in einem Maßstab, den sie würde erfassen können, konnte man wohl kaum behaupten, sein Dasein wäre so unfassbar rosig gewesen. Ungleich der eher angeregten Art und Weise, in der er ihr zu antworten schien, wirkte er doch vollkommen entspannt und gelassen, versuchte er noch immer jede Nuance ihres Gesichtes zu lesen, während sie Gedanken heimzusuchen schienen, die weit tiefer gehen mochten, als es bei einem so flachen Gespräch wie diesem hier unter den wohl bekannten Umständen der Fall sein sollte. Sie war definitiv nicht auf den Kopf gefallen, intellektuell recht anziehend, zumindest für einen Menschen, die mit ihrem kurzen Leben effektiv eingeschränkt waren und kaum mehr in der Lage, auch nur einen Bruchteil dessen zu erlangen, das für einen Vampir möglich gewesen wäre. Zu einem und sicherlich auch ihrem Glück wusste er nicht, wie distanziert und fern von allem sie ihn einschätzte, hätte es doch genauso Amüsement wie Zorn herauf beschwören können, der Tatsache geschuldet, wie Recht sie hatte, wie sehr er es hasste und wie wenig er doch daran ändern konnte. Alle paar Jahrzehnte, wenn der Halleysche Komet sich am Nachthimmel zeigte, musste er diesen fast schon wehmütig betrachten. Uralt, auf seiner eigenen Bahn, immer wieder im Dunkel verschwindend, nicht absehbar wie lange die Erlösung aussteht, das Leben selbst nur selten erfahrend und doch bekannt und eine feste Größe, die zu wichtigen Augenblicken im Bestehen der Menschheit seine Aufwartung macht. Wenn Sterbliche ihn sahen, freuten sie sich, etwas, was sie ihren Kindern erzählen konnten. Wenn der Uralte ihn sah, erinnerte es nur ein weiteres Mal daran, den Zyklus von neuem zu beginnen. So wie Soldaten in Kriegen ihr Leben ließen, damit Kriegsgegner ihre Meinungen vertreten und genau diese Soldaten abschätzig behandeln konnten, hielt er den Abgrund von der Menschheit fern, damit genau diese Menschen ihn für seine Lebensferne schelten konnten. Gewiss eine deutliche Ironie, und bei weitem nicht die einzige, wenn man dem glauben konnte, was nun über die vollen Lippen kam. „In dem Punkt gebe ich dir Recht, dir hat es wohl geholfen. Du wolltest nie ein Vampir sein, aber als Mensch geboren zu werden war sicher deine freie Entscheidung. Die Sterblichen versuchen mit ihren Taten, unvergessen zu sein, unsterblich, wenn du so willst, und wenn sie dann doch die Möglichkeit haben, Untot zu werden, wollen sie es nicht, weil es einen Preis fordert. Nur so als reinem Interesse, was hat sich für dich geändert? Und ich spreche nicht von der Ernährung. Ich wittere keine Kinder an dir, aber durchaus, unter den Düften es Wolfes, einen Vampir, männlich, ein paar Jahre alt. So weit ist das Vampirische also nicht von dir gewichen?“ Es war sicherlich nicht fair, solche Punkte anzubringen, aber wenn man sich offen und ehrlich begegnen wollte, sollte man es nicht scheuen. Die Intimität, der Umstand, ein Relikt aus seinem Blut in ihrem Körper zu haben, konnte man gewiss auch nicht verleugnen. „Wenn du es noch in dir hast, dürftest du deine Probleme haben, dich mit Vampirblut zu heilen, nehme ich an? Meine Abneigung gegen diese Spezies kommt nicht von Ungefähr. Bei all ihrer scheinbaren Macht ist es nur Augenwischerei. Sie sind den Menschen in so wenigen Dingen überlegen und sterben so schnell und einfach, da passt Unsterblichkeit als Bezeichnung schon fast nicht mehr.“ Sie waren beide nicht hier um seine Meinung über diese Lebensform zu erörtern, selbst wenn er kein Problem damit hatte seinen Standpunkt öffentlich zu machen. Sein Blick wanderte zum Kamin, er wirkte nachdenklich, musste für einen Moment abschätzen, was genau sich hier so entwickelte und wie offen zu sein noch gesund war, doch schien sie ihm genau die Frage abzunehmen zu wollen. Eine direkte Nachfrage auf seine Vergangenheit, auf den Anfang all dessen, was er hier und heute war. Wie genau sollte man das in schöne Worte verpacken? Sich aus dem Sessel erhoben und das Glas mit sich genommen, machte er sich wieder auf zur Bar, goss sich erneut ein und setzte dann zu einer Antwort an. Dunkler Timbre schwang in der Luft und offensichtlich hatte er eigentlich nicht vorgehabt, einer Zufallsbekanntschaft solche Fragen zu beantworten, nur war es doch auch Teil ihrer Geschichte. „Ich bin als junger Hexenmeister nach Griechenland gekommen, nicht arm und auch nicht von niederem Stand. Alle drei erwähnten Personen habe ich unter den Umständen, die dir bekannt sein sollten, kennen gelernt. Amara war, ganz anders als du, ein schüchternes Mädchen, erzogen ihren eigenen Wert zu kennen, aus liebevollen Verhältnissen aber letzten Endes doch verkauft um zu dienen. Silas war. Silas eben. Arrogant, jung, der Meinung alles schaffen zu können. Seine Verlobte war durchaus nett, auch wenn sie paranoid wurde, nicht zuletzt, weil er doch recht frei in Körper und Geist war.“ Während die letzten Worte verklangen, leerte er sein Glas, dann sprach sie wieder, was seine Braue veranlasste sich zu heben, nur Sekunden, ehe er hinter sie trat und sich amüsiert herab beugte, ihrem Ohr nahe kommend, die Stimme gesenkt und vibrierend. „Der Glaube, ein Schattenselbst wäre eine Kopie, nur weil das Aussehen gleich ist, ist naiv. Ich hätte dir auch geholfen, wenn du nicht ihre Züge hättest. Ausserdem sind deine Augen vollkommen anders. Ihr habt alle Narben und kleine Kratzer, die euch einzigartig machen. Wenn du die Menschheit lange genug im Auge hast, werden dir immer wieder Menschen auffallen, verwandt oder nicht, die ähnlich, sogar fast identisch aussehen, ganz ohne einen Zauber oder Fluch. Amara hatte nie Katerinas Instinkte oder solches Feuer, wie es in deinen Augen schlummert, also sei beruhigt, es ist nicht die Verwandtschaft, die dich interessant, verlockend und gefährlich macht.“ So nah, wie er sich an sie gewagt hatte, wäre es ein leichtes gewesen, sich ihrem Hals näher zu widmen, der Versuchung nachzugeben, die Fänge sanft durch diese seidige Haut zu drücken, das Vitae zu kosten, nicht des Überlebens willen, sondern für den Genuss, trotzdem blieb er standhaft.


@Elena Gilbert




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#12

RE: Wohnzimmer im Erdgeschoss

in Refugium der Schatten 06.04.2018 15:58
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Auf denkbar wagemutigste Weise wagte die Bekanntschaft, die viel zu frisch war, um ein solches Wundengraben zu legitimieren, mein gesamtes gegenwärtiges Dasein hinsichtlich aller tatsächlich brennenden Wünsche und Sehnsüchte anzuzweifeln - nahm somit vermutlich die Rolle ein, die einst jene Caroline's gewesen war, welche darum bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, ganz obgleich ihre Wahrheit den guten Manieren widersprach. Wohl, randweise gesprochen, mit dem dezenten Unterschied, dass die überschwängliche Blondine es im Gegensatz zu dem durchaus als scharfsinnig einzuschätzenden Venzislav oftmals schlicht nicht besser wusste. Doch war es, gar latent nostalgisch empfunden, das jahrelange Abhandensein Caroline's, das mich daran zurück entsann, wie ungewohnt mir eine kritische Bewertung meiner ... nun ja ... bislang auf halbem Weg verebbten Zielsetzungen geworden war. Obgleich Venzislav doch bloß eine zwar persönliche, doch auch sachliche Frage an mich richtete, schnitt jene sich mir tief in's Fleisch; es war mir, als vermochte ich mein Herz in meine Knochen hinab bluten zu spüren, Tropfen für Tropfen tonnenschweren Gewichtes. Ebenso meine feinen Gesichtszüge verhärteten sich unabdingbar, gaben eine emotionale Regung preis, die ich zu gerne für mich allein behalten hätte - es missfiel mir, bereits von Anbeginn meiner Bande zu Damon Salvatore an, nicht als mit ihm geschlossene Einheit identifiziert zu werden. Zu sehr hatte ich mich einst vom Zweifel anderer leiten lassen, mich selbst verraten, als, dass ich unsere Beziehung so leichtfertig angreifbar machen wollte. Doch wieso bloß war sie das? Leicht angreifbar? Venzislav erwischte mich eiskalt, indem er die zum Schweigen verdammte, sorgende Stimme meines tiefsten Unterbewussten an das Tageslicht lockte - nicht, dass auch bloß irgendjemand sonst die vergangenen Jahre den Versuch gewagt hatte. Wie sollte es mich nicht fürchten, mich an einen Mann zu versprechen, in dessen Dasein ich, sollte mein größtes Unheil eintreten und er sich letztlich doch gegen das Menschsein stellen, bloß ein Wimpernschlag sein würde, an dessen Seite ich letztlich nun doch alleine alterte, der all die bis an die Substanz verwurzelten Kleinmädchenträume von einer gemeinsamen Familie und dem natürlichen Durchlauf eines rasant dahin ziehenden Menschenlebens in all seinen Phasen, Leidensglücken, Facetten von mir verdammte, auf, dass meine kurzweilige Existenz auf dieser Erde nicht mehr verbleiben würde als einstiges Abenteuer in vollster Kost, das in seelischer Hungersnot verendete? Mir war nicht, als hatte ich wahrlich gelebt, seit mein Leben nicht länger ein Drahtseilakt inmitten dramatischer Bedrohungen, pulsjagenden Nervenkitzels, gewesen war, als habe die Zeit seitdem inne, mich in ihr gefangen gehalten. Doch jene Empfindung trog - die Zeit ging sehr wohl weiter, beängstigend rasch sogar, zumindest für mich, mich allein. Ich sah mich gefangen innerhalb eines Kapitels meines Lebens, nach nicht einst der Hälfte aller Seiten, unwissend, ob es von dort an nicht unmittelbar zum Ende zu springen drohte. Vielleicht war ich nicht nachdrücklich genug gewesen, vielleicht hatte ich mich selbst aufgegeben. Vielleicht wollte ich nicht, dass Damon letztlich für mich starb, wenn es ihm denn nicht im eigenen Sinn lag. "Alles und doch nichts hat sich für mich geändert", gab ich dezenter Anspannung zurück, von ungeplanter Intensität geprägt, gar, als hörte ich mich dies zum ersten Mal bewusst reflektieren, "meine Optionen sind gänzlich andere. Aber, wie du sehr wohl erkannt hast, blieben sie bislang unausgeschöpft. Damon, mein Partner, entsprang aus einer Zeit in meinem Leben, in der ich nie sicher zu sagen vermochte, ob ich lebend aus dem nächsten Tag hervor gehen würde; eine Zeit, in der ich mich inmitten des Fleischwolfs übernatürlicher Kriege befand. Ich konnte nicht ahnen, ob ein erfülltes, menschliches Leben je für mich tastbar sein würde, ob ich bis dahin überlebte. Als ich letztlich ein Vampir wurde, umso weniger. Doch bin ich hier, menschlich, noch immer jung genug, um nach all dem auszugreifen ..." Nachdenklich verloren sich meine braunen Augen in der Ferne meiner rückblickenden Gedanken, als sah ich durch meinen Gesprächspartner hindurch in eine andere Welt. Es bedurfte wohl nicht weiterer Worte, um meinen inneren Konflikt zu verdeutlichen, ihm einen Punkt zu setzen, den ich mich weigerte, Wort für Wort auszusprechen. Angetastet, wonach ich sinnte und was mir ganz offensichtlich verwehrt war, war ich sicher nicht hier, um den Tränentrockner innerhalb eines jemanden zu finden, welcher zu Beginn des Abends noch ein Fremder gewesen war - wenn auch es sich so verdächtig entlastend anfühlte, all jene Dinge anzusprechen, welche ich Scheuklappen tragend in eine Truhe gestopft und darin tief in mir begraben hatte. Die Erzählung um Amara, Silas und Qetsiyah, die Venzislav folgend auf eine mir nicht gänzlich neue, wenn auch persönlichere Perspektive teilte, ließ mich annehmen, es habe eine Entschleunigung des Gesprächs statt gefunden; die Enge in meiner Brust hinsichtlich Damon lockerte sich allmählich, bereit, fortan weiterhin in unerhörter Versenkung zu verschwinden, doch, verdammt nochmal, wie ich mich da geschnitten hatte. Mit einem Mal bekräftigte mein Gastgeber sein unermüdliches Talent, mich emotional zu überrumpeln: Urplötzlich lag seine Stimme mir atemwarm und unmittelbar in den Ohren; all die natürliche Distanz zweier Fremder mit einem Mal ausgemerzt, so wie ich nun gezwungen war - wenn auch groben, menschlichen Geruchssinnes und doch bereits intensiv genug - eine persönlichere Wirkung seiner Selbst leibhaftig zu erfahren. Wie seine Nähe wirkte, wenn sie ihre Aura greifbar gegen meine zarte Haut schlug, eine Nähe, so dreist wie kraftvoll, wie man sie bloß aus weitaus intimeren Begegnungen kannte. Unnatürlich wie natürlich. Unnatürlich angesichts der Fremdheit, welcher ich im Laufe meines Lebens stets bemüht war, mich entgegen zu zieren, natürlich angesichts der animalischen Regung, die instinktiv zu erkennen glaubte, dass eine biologische Anziehung vorhanden war. Es kitzelte, ja, neckte die Frau in mir an jedem feinsten Winkel, auf welchen er seine Worte niederhauchte - Worte, welche, gefangen in meinem instinktivsten Menschsein, zeitverzögert den Weg durch das Gehör bis in meinen aufgewühlten Seidenkopf fanden. So suchte ich, mich einer Antwort bereit machend, nach dem Atem, von welchem ich erst somit erfuhr, dass ich ihn vermisst hatte - und ließ seine Worte auf mich wirken. Worte, im Abgang derartig erschreckend offensiv, Grenzen dessen brechend, was man als guten Geschmack hätte auslegen können, betrachtete man sein Wissen über mich. Worte, die in komplexerer Auslegung sexueller Natur waren, als unüberhörbares Ticken galten, sofern man, wie ich, die Zeitbombe fürchtete. Dennoch fand in all meiner zwiespältigen Bedrängung eine gewisse Melancholie zu mir, kreisend um die durch ihn betonte Individualität der oftmals regelrecht abschätzig gleichgemachten Doppegängerinnen, meinesgleichen. Zwar hatte ich es ganz offenbar verkraftet, doch tief in meinem Inneren ließ sich wohl nicht leugnen, dass es mich bereits unzählige Male gekränkt hatte, mich als eine Puppe zu sehen, die eingetauscht wurde, sofern die Vorgängerin auf sich warten ließ. Zu deutlich erinnerte ich mich an den Schock, den Schmerz, womöglich gar den Selbstzweifel, den Stefan über mich brachte, als ich in der Hochphase unserer romantischen Leidenschaft auf das Bild der nie zuvor gesehenen Katerina Petrova stieß. Ebenso Damon's anfängliches Interesse an mir wuchs rasch noch seitens des Verlustes um meine egozentrische Doppelgängerin; auch, wenn ich glaubte, dass unsere Bande um so Einiges natürlicher, bestimmter und wahrhaftiger, kaum noch vergleichbar, waren - es war das Gesicht einer anderen, welches das Interesse anführte. Ganz zu schweigen davon, wie, Teils zum Segen, Teils zum Fluch, es die Geschichten meiner und doch fremder Gesichter waren, welche unsäglich viel Leid in mein Leben gewoben hatten. "Ich nehme mal an, das sollte nicht wirklich beruhigend wirken. Denn das tut es nicht", entwich mir bemüht festen Stimmklanges, entgegen der tatsächlich empfundenen Einschüchterung. Nein, denn mit der Intensität seiner Worte, akustisch wie inhaltlich, ging etwas einher, das so Einiges in mir durcheinander warf, mich jedoch sicher nicht aus meinem Konzept zu bringen vermochte. "Verlockend ...", zitierte ich rätselnd gekräuselter Stirn, ihm aus dem Augenwinkel, den Kopf nicht um einen Zentimeter gerückt, skeptisch weitestgehend in das Gesicht gesehen, "du wirst mich doch nicht verletzen wollen?" Eine Frage, die, so einfältig (und schutzlos gesprochen) sie vielleicht klang, umso vielfältiger gemeint war, ob offensichtlich oder nicht. Sicher mochte man glauben, ihr Auftreten sei der unfassbaren Nähe seiner Lippen wie Zähne an meinem Hals geschuldet, doch aus einem anderen Blickwinkel betrachtet konnte sie allumfassend gelten: Du wirst doch nicht etwa mit mir spielen? Du wirst doch nicht etwa versuchen, mich an den Grenzen meiner Moral zu schneiden? Dies beigemischt durch einen aussagenden Standpunkt: Nur über meinen Willen ... "Und wie könnte ich für ein solch mächtiges Geschöpf gefährlich werden? Offen gesagt wünschte ich, ich könnte es", fügte ich so missmutig hinzu, dass es die enthaltene Rebellionsbereitschaft geradezu ausglich; meine Haltung untermauert durch das Wenden meines sitzenden Körpers, wie auch der Neigung meines Gesichtes, das sich jenen Überfall gen Rücken nicht länger gefallen lassen wollte - ihm stattdessen nun geradewegs in das Gesicht sah, eine Braue angehoben.

@Venzislav




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#13

RE: Wohnzimmer im Erdgeschoss

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So fern der Uralte den Sterblichen und ihren Belangen zu sein schien, so klar und offen lagen ihre Leben doch vor ihm, so schnell konnte er sich ein Bild machen, sicher nicht immer zur Vollständigkeit gefasst, aber doch weitreichend und ausdrucksstark genug, um sich in Momenten wie eben diesem einen so weit hervor zu wagen. Sollte sie glauben, er wäre arrogant, würde sich hinter Schutzwällen aus Distanz und Einsamkeit verbergen, den Gegenbeweis konnte er jeder Zeit antreten. Man musste beobachten, musste diese Eigenschaft erlernen und genau dazu hatte ihn die Ewigkeit verdammt. Zu hinterfragen, Wunden zu schlagen, ein Teil seines Talentes, wenn auch nicht das größte, so sicher eines derer, die man zu fürchten lernen konnte. Die Frage an sich, was sie aus ihrem Leben denn gemacht hatte, musste er einfach stellen, nicht, weil es ihn etwas anginge oder es von sonderlicher Bedeutung für ihre neuerliche Bekanntschaft war, aber offenkundig traute sie sich nicht, genau selbst diesen Anspruch an sich zu stellen. Wenn es in einem Leben, wie dem ihren, das nun von so kurzer Dauer sein sollte, niemanden gab, der zu hinterfragen wusste, wie sollte sie dann einen Weg finden, der ihrer würdig war, auf dem sie wandeln konnte, ohne in hohem Alter müde und von Bitterkeit erfüllt zurück zu blicken, auf die Gelegenheiten, die sich geboten hatten und die sie zu sehen nicht im Stande war? Sie hätte die Ewigkeit haben können, hatte sich für überschaubare Sterblichkeit entschieden, aber aus ihrer Reaktion zu schließen hatte sie mehr erhofft, als ewig zu warten, was genau genommen ihr Schicksal als Untote gewesen wäre. „Alles und Nichts? Du hast diesen Zustand der Vampire eingetauscht um lebendig zu sein, nur, damit das Leben nun an dir vorbei zieht, wie es bei genau diesen Vampiren der Fall gewesen wäre?“ Die Blick weiterhin intensiv und forschend auf den feinen Züge gelassen, gab er ihr ein Stück weit Recht mit dem, was sie noch zu sagen hatte. Sie war jung, sie hatte noch Zeit vor sich, aber hatte sie nicht bereits einen guten Teil ihres Lebens aufgegeben, in der Hoffnung auf etwas, das offenbar nicht da war, sich nicht fügen wollte? „Die Tage in denen dein Leben in Gefahr schwebt sind also vorbei? Ich würde ja sagen, wir fragen diesen Wolf, aber der scheint indisponiert zu sein, macht möchte fast sagen, etwas zu kopflos für eine Unterhaltung.“ Sicherlich war diese Art von Humor unter den Umständen nicht angebracht, aber wenn man hier nach Sitte und gutem Benehmen messen würde, hätte er den ganzen letzten Teil ihres Gespräches nicht führen dürfen. „Jung bist du, genau genommen bist du sehr jung, wenn man dein Alter in Betracht ziehen möchte. Wollen wir offen sein? Wenn du das Heilmittel in dir hast, kannst du nicht wieder zum Vampir werden, aber Kinder sind da wohl auch nicht in Aussicht. Selbst wenn dein Partner nicht mehr Untot wäre, selbst wenn er die Nachwirkungen der „Heilung“ überstünde, du würdest nicht bekommen, wonach es dich dürstet.“ Ob es fair war mit solch brutaler Ehrlichkeit voran zu schreiten, als wollte er ihre Welt bewusst in Flammen setzen, die kalte Asche entweihen und lachend auf sie herab sehen? Dinge schienen ihr nicht klar zu sein und so wenig er ein Recht hatte, dies zu sagen, so wenig hatte er doch auch ein Recht, ihr dieses Wissen vor zu enthalten. Wie sie am Ende damit umging, war ihre Sache, aber gerecht war es nur, wenn sie nach bestem Wissen handeln konnte, die Fakten kannte. „Verzeih wenn das zu forsch war, ich halte nicht viel davon, die Wahrheit zu verschleiern, wenn man es vermeiden kann.“ In anderen Fällen war es jedoch eine mehr als effektive Waffe und der Uralte hatte so gewisse moralische Prinzipien, die je nach Lage zum Einsatz kamen. Sich selbst in Fesseln zu legen wäre da dumm gewesen, musste er doch genau diese Fesseln schon in anderer Form tragen. So schnell der Moment der scheinbaren Reue gekommen war, so schnell besorgte er sich seinen neuen Drink, verfiel dann in Erzählungen, die eigentlich privat waren, aber im Augenblick doch angebracht schienen, nun, wo er mit einem kurzen Blick ihr Leben seziert hatte. Sein Glas zu leeren und sich im nächsten Moment so nah zu ihr zu begeben, das ihr Duft tief in den dunklen Verstand sickerte, war gefährlich, vielleicht leichtsinnig, regten sich doch dunkle Wellen in einem schwarzen Meer, und doch, er genoss diese Anspannung, ein Gefühl, fast dem Leben gleich, auch wenn es nicht zu vergleichen war. Ein weiteres Talent zeigte sich nun, führte ganz offensichtlich dazu, dass sich feine Härchen in ihrem Nacken aufrichtete, ihr Puls ein weiteres Mal beschleunigte und sich in ihren nur als aufregend zu bezeichnenden Duft weitere Hormone mischten. Aufregung, keine Angst, zumindest in keinem Maße, wie es ein Opfer zeigen würde, mehr an ein Abenteuer erinnern, an eine unbekannte, dunkle Versuchung, nicht an Urangst gleich, die er zu gerne ausspielte, um seine Gegner vollkommen verunsichert schreien zu lassen, ehe sie ein unrühmliches Ende fanden. Die Faszination für alles, was sie von sich gab, jede Regung, jeden Duft, das unbeholfene, menschliche Ringen nach Atem, die Anspannung die sich wellenförmig zu zeigen schien, gegen die sie kämpfte weil sie nicht schwach wirken wollte, all das zeichnete ein deutliches Bild. „Soll es beruhigend wirken? Würde ich Ergebenheit und Ruhe fordern, hätte ich sie, und dazu müsste ich nicht einmal einen Weg in deinen Geist suchen. Du stellst dich als Kämpferin dar. Amara konnte dienen, von dieser Tatia gibt es kaum zu reden, Katerina konnte weglaufen und überleben und du offensichtlich kämpfen. Sei nicht beruhigt, sei wachsam, genau so schlägt ein Kämpferherz.“ Wie sie selbst betonte hatte sie ihre Front in Kriegen, die weit über das menschliche Verständnis hinaus gingen, geschlagen und verteidigt, hatte überlebt, aber nicht durch Weglaufen, sondern eben den Kampf, jenes Mittel, durch das sie eigenständig wurde, sich unterschied, nebst ihren Augen. Als sie sein Verlockend aufgriff, musste er nun unweigerlich schmunzeln, daran biss sie sich also fest. Das Haupt leicht geneigt, mit dem Blick über den unter der bronzenen Haut zuckenden Puls gestrichen, das Blut darunter wie reinste, göttliche Kunst betrachtet, dachte er einen gespielten Moment über die Frage nach. „Verletzen... Befreien.. Alles Worte, der Sinn ist immer gleich. Gefährlich werden willst du also? Der Wolf war keine Gefahr, genauso wenig wie deine Freundin, keine Hundertschaften von ihnen würden lange ein Problem darstellen. Sie schneiden das Fleisch, verletzen Haut und Knochen, aber das ist ewiglich und keine Wunde von Dauer. Was aber den Geist anzieht, was die Macht hat, ein uraltes Herz zu wecken, was in seinen Bann zieht, so etwas ist wirklich gefährlich.“ Sicherlich hatte sie kaum damit gerechnet und wenn sie es falsch auslegen wollte, konnte sie fast glauben, er redete von großen Gefühlen, selbst wenn dem sicher nicht so war. Er war sicher niemand, der nach Äonen der festen Überzeugung war, die Frau für den Rest der Ewigkeit gefunden zu haben, aber entgegen aller Menschen und anderen Wesen, die er traf, deren Wege er kreuzte, war sie interessant. „In einer Welt aus Tristesse, farblosem und geschmacklosem Nebel, scheint in dir ein Funke lebendiger Farbe zum schlummern, über die kleinen Glühwürmchen in deinen Augen nach aussen dringen zu wollen.“ Eine Beweis für seine Annahme, die Kriegerin vor sich zu haben, wandte sie sich ihm nun zu, bar der Gefahr, wissend ihrer schlechten Lage und doch nicht von Mutlosigkeit erfasst. So schwer ihr Herz auch sein mochte, betroffen und erdolcht von Dingen, die noch vor Minuten Thema waren, schlug es nun kräftig und von lebendem Willen durchzogen, erfüllt mit dem Feuer Derer, die nicht aufgeben, nur weil der Weg schwer wird. Die veränderte Position in keinem Falle als unangenehm empfunden, da er ihr nun tatsächlich in die Augen sehe konnte, zog er den Kopf ein Stück zurück, streckte dafür die Hand aus, ließ die Finger an ihrem Kinn entlang gleiten, jedoch ohne die Haut zu berühren. Millimeter, die sie trennten, und doch nicht die Spannung vermissen ließen, die sich für gewöhnlich in einer ungefilterten, tödlichen Aura zeigte, ein Warnzeichen für alle, seinen Weg nicht zu kreuzen, wenn sie an ihrer Existenz hingen. „Womöglich bist du anders, etwas Besonderes. Vielleicht es ist das veränderte Blut in deinen Venen, ein Teil von mir, der in dir schlummert, eine Prise dessen, was ich einst war, und was ich wurde. Es ist dein Leben, du musst entscheiden, was es für dich ist.“ Dem Verlauf des Kinns bis zum Hals verfolgt, den Blick noch immer in ihren eingetaucht, zeigten sich, wenn auch nur für einen winzigen Augenblick, die violetten Funken, die in seinem Obsidianschwarz erschienen, ein deutliches Zeichen, nicht ungerührt von alledem zu sein, dennoch würde er sie nicht berühren, sich nicht der Versuchung hingeben, die von ihr ausging, immerhin hatte sie ihr Leben, ihre Moral, ihren Partner, ihre Wünsche und Träume für die Zukunft.

@Elena Gilbert




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#14

RE: Wohnzimmer im Erdgeschoss

in Refugium der Schatten 07.04.2018 03:31
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Zunächst war es bloß ein angespanntes Schlucken, das die Grausamkeit seiner Rationalität in mir erweckte; eine Rationalität, die mit einer blinden Liebe, wie ich sie seit Jahren innehatte, kaum zu vereinbaren war - die Lider zunehmend verengt, als mochten sie sich unheilvoller Vorahnung gegenüber dessen abschirmen, was eine Vertiefung der mehr als ungemütlichen Thematik zur Folge tragen würde. Ich konnte mir nicht helfen, so sehr ich mich auch bemühte; seine Worte erreichten mich, als seien sie mir selbst entsprungen und vermutlich waren sie das, obgleich ich doch niemals zuvor Gehör geschenkt hatte. Das war es, das dem wertfreien, nüchternen Wort die Macht gestattete, von mir Besitz zu ergreifen, meine Seele schlingengleich zu umfangen, sodass jene fürchten mochte, niemals mehr einen befreiten Atemzug zu schöpfen - sei es, dass er der Erste war, der die unausweichliche Tatsächlichkeit durch mein Gehör jagte; so fand sie dennoch in ihrer Ankunft inmitten meiner im Stillen ruhelosen Seele ihre Gleichgesinnung. Doch soweit bloß die Furcht, sich der eigens entsprungenen, verräterisch beschönigten, missachteten Besorgnis durch Venzislav erweckt im Klaren zu sehen - eine bittere Furcht um die ihm immer kennzeichnender gegenüber tretenden Wunden meinerseits, welche ihm von nun an frisch zu reißen ein Leichtes waren. Gar war es ein wellengleiches Aufrauschen der Hilflosigkeit im negativ erregten Glanz meines Augenpaars, das ihm aus allernächster Nähe begegnend eine unausgesprochene Warnung hatte geben können, hatte er diese hören wollen, hatte diese ihn tiefer gekümmert als seine Wertvorstellungen gegenüber dessen, was er als wahr empfand. So ließ ich bereits folgend den peinigenden Höhepunkt seiner Rede über mich ergehen, mir selbst allerdings im Klaren darüber, dass niemand ferner als der Übermittler der Botschaft die Schuld an der Bösartigkeit trug, die, einem schwarzen Loch gleich, alles gut und selig geglaubte um sich bis an jemalige Nonexistenz verschlang. Zumindest ein Teil von mir wusste das. Andererseits jedoch verdammte ich ihn inständig dafür, bereits innerhalb so kurzer Zeit derartigen Einfluss auf mich erlangt zu haben, bereits im Verhältnis sich verbal ertastender Fremder aufzudecken, wonach mich die vergangenen Jahre nicht eine Sterbensseele gefragt hatte. Nicht bloß, dass Venzislav einen zumeist im Dunkel liegenden, doch unleugbar bestehenden Anteil voll Zweifel und wachsenden Unbehagens beleuchtete; er tränkte die Unschuld meines urinstinktlichen Wunsches nach einer Familie, wie sie mir in jungen Jahren viel zu früh entrissen wurde, in alles übertünchendes, blasphemisches Schwarz. Das saß. Spürbar in jedem Laut, der vor gelungener Anstrengung, nicht in Zittrigkeit zu verfallen, bloß mühsam hervor brachte: "Und da bist du dir ganz sicher?" Wie es mir missfiel, wie es mich in meinem Stolz kränkte, derartig an seinen Lippen zu hängen, horchend wie ein kleines Mädchen, das die Welt, unbeholfen aufgrund fehlender Erfahrung, durch seine Augen neu zu begreifen versuchte. Jedoch schien es von diesem Punkt an zwecklos, Unberührung vorzutäuschen; zu sehr pochte die empfundene Dramatik um den Verlust gestorbener Träume aus drückender Seele gegen meine Haut, zeichnete meine überforderten Züge, so wie ich mir Luft innerhalb eines Aufwühlens meiner schokoladigen Haarmähne versprach - den Blick, offen, widerwillig aufgedeckt und durchschaut, nicht von ihm gewichen, besät von allumfassender Reue und dem Unwillen, derartig tiefes Gefühl gegenüber eines jemanden zu offenbaren, dem es alleine schon aufgrund der kurzen Dauer der Bekanntschaft nicht möglich gewesen war, die naturgemäße Prüfung meines Vertrauens zu bestehen. Eine Tatsache, durch welche mitunter sich das nun folgende Verdunkeln im Ausdruck meiner Augen begründet sah; kaum mehr zu unterdrückende Trauer wich seinem Freund und Helfer, der nach außen gerichteten Klage. "Du machst mir Angst", gab ich, für mich selbst mehr als nur überraschend, innerhalb eines mir unüblichen Zischens von mir, das sich in seiner feindenden Haltung deutlich von der erwiesenen Verwundbarkeit meiner Seele entfremdete, "weshalb bietest du deinem Gast nicht etwas zu trinken an, wenn es dir schon anderweitig an Manieren fehlt? Schlimmer kann es zwar wohl nicht mehr werden, doch ich sehe nicht ein, weshalb du einen Drink nötiger hättest als ich. Ich werde mich auch bedanken." Kein Vorwand zur Pointe, ich sehnte tatsächlich nach einem Mittel, das mir auch nur leiseste Beruhigung verschaffte. Beruhigung ... Beruhigung schien zur Aussichtslosigkeit verdammt, bei all den enger greifenden Worten bezüglich meiner Person, die mich als eine Leuchtgestalt umschrieben, die mir zwar aus Erzählungen nicht gänzlich unbekannt, doch aufgrund meiner Bescheidenheit noch immer so irritierend fremd schien - dicht gefolgt von einer Gestikulation, die mir das Blut zugleich kochen und gefrieren ließ. Die Beinahe-Berührung, sich schneidend zum seelischen Vorgedrungensein, dem, ob beabsichtigt oder nicht, erfolgreichen Schüren meines zumeist aufgesparten Temperaments. "So siehst du die Welt also? Fad, trist, geschmacklos? Hat etwas Trauriges an sich, wenn du mich fragst. Weißt du, heute mehr als an allen Tagen sonst könnte ich dir beinahe glauben, dass dem so ist. Ich begreife nicht, was du in mir zu erkennen glaubst und ganz gleich, wie weit du ausschweifen würdest, um es zu untermauern, wäre es zwecklos. Meine erste Regung wäre wohl, zu behaupten, dass du mich nicht kennen kannst - doch wie könnte ich jemandem mit deiner Bandbreite an Jahren, wohingegen die meine bloß ein Wimpernschlag ist, seine Menschenkenntnis absprechen?", sprach ich, was ich meinte, die von feinen Wimpern geschmückten Lider erkenntlich schwerer geworden, doch im Willen, sich der Bedrängnis seiner Worte, Blicke und Bewegungen nicht zu unterwerfen; in den ersten Sätzen konnte man mich nahezu versöhnlich sehen, wenn nicht bei entsprechendem Argwohn zynisch und vorwurfsvoll - während nichts davon tatsächlich eine Fehlannahme gewesen war. Er war erstaunlich und ich wettete, es war ihm bewusst; vollkommene Züge, vollkommene Geschmeidigkeit in Sein und Wirkung, sein Ausdruck eine alleinige Kunstform, Herr seines Auftretens. Man mochte kaum hinsehen. Nein, das mochte ich wirklich nicht, doch war es meine Aufmüpfigkeit, die mich zwang. "Unsere Wege werden sich trennen", gab ich knapp angebunden von mir, mittels seiner Umgangsform umso näher an die Sprachlosigkeit gerückt. Für mich war damit das Wichtigste gesagt. Er war bereits jetzt mehr, als ich in meinem Leben zu bewältigen wusste. Etwas so Undurchdringliches wie ein Bann sollte ihm vorbehalten bleiben, solange er den seinen nicht um mich riss ...

@Venzislav




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#15

RE: Wohnzimmer im Erdgeschoss

in Refugium der Schatten 07.04.2018 05:56
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Viele Dinge konnte man sagen, angemessen oder auch nicht, das Feingefühl beweisen, im richtigen Moment zu schweigen oder den Mut zeigen, eben jene Dinge von sich zu geben, die offen im Raum standen, ohne je Erwähnung zu finden. Aus der Position es Fremden heraus, eines Beobachters, der sich keinen tieferen Eindruck machen konnte, der keinen wirklichen persönlichen Bezug hatte, dessen verborgene Agenda nicht ausgreift zu sein schien, mochten sie aber noch eine ganz andere Tragweite haben. Freunde, die sie schon seit Jahren kannte, hatten offensichtlich versäumt, eben genau die Sachverhalte anzusprechen, die er nun mit nüchterner Härte ins Licht der Öffentlichkeit zog, in einen hellen Raum zwischen ihnen, in dem es keine dunkle Ecke gab, um sich darin in Schatten zu hüllen und den Trost des nicht gesehen werdens zu suchen. Ihr wollte es nicht gefallen, eine wertfreie Feststellung, kaum verwunderlich, wenn man bedachte, wie jedes seiner Worte ein Stück aus einem Traum brach, den sie als ihr Leben gesehen hatte, vielleicht selbst als hohl und schal erkannt hatte, ohne die nötige Ehrlichkeit zu finden, sich selbst einzugestehen, wie es darum bestellt war. Das Spiel ihrer Augen sprach Bände und selbst wenn es vollkommen gegensätzlich seiner Natur war, empfand er ein Stück weit Mitgefühl für ein Leben, in dem sicher nie etwas einfach gewesen war, in dem man um jede Hand breit Sonnenschein erbittert kämpfen musste, nur, um nach Jahren auf dem scheinbaren Pfad des Glücks nun in jemanden zu rennen, der das eigene Leben rettete, nur um es im gleichen Atemzug in einer angeregten aber ein gutes Stück weit ungerechtfertigten Rede in Fetzen riss. Der Schmerz ihrer Augen, Warnung auf die Worte zu achten, Bitte nicht noch tiefere Wunden zu schlagen, wurde von dem Uralten erfasst und als solches gedeutet. Dies war weder der Ort noch die Zeit und ein Interesse daran hatte er schon einmal gar nicht, sie nun anhand der Dinge, die offen auf der Hand lagen, in Stücke zu reißen, ihre Handlungen zu bewerten und eine Prognose zu stellen, die kälter, umfassender und nüchterner nicht sein konnte. Dass Zerbrechen von Kleinmädchenträumen war kaum als Scherz zu bezeichnen, vor allem, wenn es das Herz so schwer machte, wie es bei ihr der Fall zu sein schien. Als Reaktion auf ihre Worte hin begegnete nun der Uralte ihrer gehobenen Braue mit einer solchen, verzogen sich seine Züge, ein mildes Lächeln, schuldbewusst, aber genauso wissend, dass er sich gerne zur Zielscheibe von Hass und Unsicherheit machte, sofern dadurch etwas geändert werden konnte. Nach dem Prinzip 'Hier bin ich Welt. Du musst mich nicht lieben, akzeptiere meine Taten und Anwesenheit' hatte er immer gut gehandelt, bestand nicht darauf, in der Sonne zu tanzen, während andere im Dunkel litten, im Gegenteil. Es gab Gelegenheiten, selten und rar, in denen er sich erlaubte, von anderen als besser gesehen zu werden, die meiste Zeit aber zog er es vor, das Bild der anderen seiner Person zu trüben, sie durchaus in dem Glauben zu lassen, all die Schlechtigkeit und die Bitterkeit, die seine Existenz beinhalten sollte, wäre real und greifbar, weil es so einfacher für sie wurde. „Niemand kann sich absolut sicher sein. Du hast bereits den Zustand des Untotendaseins hinter dir gelassen. Es ist unwahrscheinlich, eine Nachkommenschaft auf der Basis des Heilmittels zuzulassen. Dein jetziger Zustand ist nicht weniger unnatürlich, als der Vampirismus. Dein Leben hat mit dem Tod, der dich zum Vampir machte, geendet. Was du nun bist, ist genauso anders, es ist ein gestohlenes Leben. Ob du aber nie eine Familie haben wirst.. Es gibt keine Regel für die keine Ausnahme existiert, aber anzunehmen, es wäre nicht möglich, wäre die klügste, die am wenigsten mit Schmerz beladene Haltung, die ich dir anraten kann.“ Nur weil er selbst die Natur und die Herkunft der scheinbaren Heilung kannte, bedeutete das nicht, ein absoluter Experte dafür zu sein. Er höchstselbst hatte, dem Verfahren der Herstellung des ersten Heilmittels, welches sich nun so greifbar nah vor ihm in ihr befand, eine weitere Dosis erzeugt, sie getestet und erfahren,. Wie unsinnig der Versuch war, dadurch seinen Zustand zu ändern. In der Lage mehr zu erschaffen war er sicher, tun würde er es niemals und tieferes Wissen würde er sich auch aneignen müssen, zumal die Mittel fehlten – Er war ein Uralter, der Unsterbliche, aber eben kein Hexenmeister mehr. „Angst ist natürlich, meist ein guter Berater, aber ich bedauere es, solche Gefühle auszulösen.“ Ob sie nun wirklich und wahrhaftig etwas zu trinken brauchte, es eine gewohnte Reaktion auf unschönen Tatsachen war, oder sie einfach unterbewusst erkannt hatte, welchen Stellenwert Manieren für ihn hatten, konnte er nicht sagen, aber mit ihrer Aufforderung wagte sie sich weit voraus. Als guter Gastgeber, der er offensichtlich sein konnte, kam er dem Wunsch natürlich nach, bereitete nun auch ihr, neben dem eigenen Drink, ein Glas zu, trat mit beidem zu ihr und hielt es ihr hin. „Deinen Hals retten, dir einen sicheren Ort bieten, dir eine Stärkung geben, sogar mein Blut, damit dein Körper sich erholen kann, in der Tat bin ich ein schlechter Gastgeber. Wie schnell ein paar offene Worte doch jeden positiven Effekt trüben können.“ Diese Aussage kam nun schärfer, deutlicher, als alles zuvor. Schneidend wie Stahl, kühl und direkt, ohne dabei seine offensichtliche Grundstimmung zu ändern. Es war menschlich und er war sich dessen bewusst. Egal was du tust, man wird es dir nicht anrechnen oder nach Möglichkeit negativ auslegen. Welch ein Segen, keine Gründe zu besitzen, den eigenen Selbstwert auf die Anerkennung durch Dritte zu errichten. In diesem seltenen Fall schien es ihr aber nicht anders zu ergehen, schien sie auf die netten Worte nicht mit grundlegender Abwehr zu reagieren, viel mehr noch wollte sie es selbst nicht so sehen. Das, was er als Krieger sah, war da, verbarg sich aber hinter eine Maskerade aus schwachem Mensch und süßem Mädchen, offenbar zumindest zu einem Teil bewusst. Die massivste Versuchung war es, sie zu berühren, zu ergründen, ob die Haut, die arme Natur ihres Lebens, sich so gut anfühlte, wie es auf den scharfen Blick aus schwarzen Augen den Eindruck machte, und doch konnte und durfte er diesem Verlangen nicht nachgeben, nahm stattdessen eher einen Schluck der dunkel-goldenen Flüssigkeit. „Manchmal sehe ich die Welt so. Nur weil du es geschafft hast, in den Kreislauf des Lebens einzutauchen, bedeutet es nicht, dass andere es auch können, also spar dir den Spott. Die wenigen Momente in denen ich unverfälschte, reine Freude sehen und erkunden kann, sind nun einmal selten. Wen wundert es, in einer Welt, in der sich alles stetig zu wiederholen scheint? Vielleicht ist dein Leben nur ein Wimpernschlag, aber wir beide sehen in unseren Welten Dinge, die der Andere nicht sehen und verstehen wird, ein Naturgesetz. Ob ich mit dem was ich sagte Recht habe oder nicht, obliegt nur dir allein. Jeder von uns sieht nur nach seinem Willen und den Möglichkeiten, nicht?“ Ein weiterer Schluck aus dem Glas, der den Boden freilegte, es leerte, darauf wartend, das gleichsam leere Gefäß von ihr zurück zu erhalten, als sie eine Ankündigung machte, die vollkommen absehbar gewesen war. „Gewiss werden sie sie sich trennen. So wie sie sich ohne unser beider Zutun gekreuzt haben, wird genau das auch enden, bleibt nur die Frage wie und Wann. Wenn du damit andeuten möchtest mich umgehend zu verlassen, dann solltest du tun, was du für richtig empfindest.“ Irgend etwas schien eine Rebellion in ihr hervor zu rufen und mit Bestimmtheit konnte er nicht sagen, was. Zu komplex oder zu direkt? Irgend etwas davon durfte es schon sein. Wenn man ehrlich war, so langsam schien diese Gesellschaft sich in eine Richtung zu entwickeln, die, ob ihrer Spannungen, in nicht all zu vielen Wegen enden konnte. "Ich hoffe du erwartest nicht, dass ich versuche, dich aufzuhalten."

@Elena Gilbert




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